Bloggen ist mir wichtig, ziemlich wichtig sogar, und es ist faszinierend. Damit angefangen habe ich 2014 und zwar mit Wissenschaftsblogs. Neben einem Blog für ein Forschungsprojekt des Naturhistorischen Museums Wien habe ich gemeinsam mit dem Grabungsteam den Stiegenblog der Hallstatt-Forschung aufgebaut. Dieser Blog war eingerichtet worden, weil das archäologische Forschungsteam eine rund 3000 Jahre alte hölzerne Stiege an ihrem Fundort abbauen musste. Sie wäre durch den drückenden Berg sonst zerstört worden. Wie gut aber der Abbau gelingen würde, das war bei aller Vorausplanung und aller Vorsicht, die das Team an den Tag legte, nicht abzusehen. So etwas hatte schließlich vorher noch nie wer gemacht. Es sollte also transparent kommuniziert werden, was warum mit diesem wichtigen Kulturdenkmal aus der UNESCO Welterbestätte Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut genau passieren würde.
Ich habe diesen Blog gemeinsam mit Reschreiter konzipiert und dann lange die Redaktion gemacht. Dabei habe ich unheimlich viel gelernt, worauf ich rein aus der Theorie heraus vorher gar nicht gekommen wäre. Mir war zum Beispiel klar, dass das Schreiben der Blogposts Arbeit sein würde – eine zusätzliche Arbeit, die nebenbei mitgemacht werden muss, wie es Kommunikation ja so oft ist. Was mich überrascht hat war aber, dass das Team recht bald schon begann, das Schreiben der Postings im Arbeitsablauf mitzudenken und genau das auch als hilfreich empfand. Oder auch, dass man durch das Bloggen innehalten und noch einmal refelktieren müsse, was da eigentlich genau gemacht wurde. Man sähe da den eigenen Arbeitsfortschritt so viel deutlicher. Mehr über die Vor- und Nachteile und über den Stiegenblog allgemein ist hier zu finden.
Ein zweiter sehr wichtiger Blog, den ich konzipieren durfte, ist der Pfahlbautenblog. Der Pfahlbautenblog gehört zu den Kommunikationskanälen des UNESCO-Welterbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen und ist daher inhaltlich ein wenig breiter aufgestellt als der Stiegeblog. In ihm sind nicht nur Themen aus der wissenschaftlichen Forschung, dem Denkmalschutz oder der Vermittlungsarbeit zu finden, sondern er steht auch – ganz im Sinne einer Welterbestätte – allen als Plattform offen, die sich mit dem Thema Pfahlbauten beschäftigen.
Was mich bei diesem Blog am meisten überrascht hat und was ich so auch nicht vorher gedacht hätte war, wie sehr er zum Austausch mit Fachkolleg*innen beitrug. Eigentlich hatten wir nämlich bei der Konzeption des Blogs viel eher jene Menschen im Blick, die in unmittelbarer Nähe der Pfahlbauten wohnen. Dass so viele Wissenschaftler*innen den Blog lesen würden, damit hatten wir nicht gerechnet. Immer wieder wurde unser Team zum Beispiel bei Tagungen damit überraschten, dass Kolleg*innen unsere Arbeit ganz genau kannten, hilfreiche Tips anboten oder auch um Rat fragten.
Es gäbe über beide Blogs und auch über die anderen, an denen ich bislang gearbeitet habe, noch sehr viel mehr zu sagen. Aber – und auch das ist so nett am Bloggen – ich muss nicht alles auf einmal thematisieren. Ich darf mir Aspekte rausgreifen, die mich gerade jetzt beschäftigen und von diesen erzählen. Der Rest kann warten, denn ich habe ja Zeit – und einen Blog.

