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Zwischen Followern und Fakten: Was Social Data über gute Kommunikation verrät

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Photo by Lukas on Pexels.com

Follower, Fans, Likes – auf den ersten Blick klingt das nicht nach wissenschaftlichem oder musealem Arbeiten. Und doch gehören genau diese Begriffe längst dazu. Denn sobald Kommunikation über interne Fachgespräche hinausgeht, wird sie zu etwas Beziehungsbasiertem. Und Social Media ist heute ein Raum, in dem diese Beziehungen Spuren hinterlassen – sichtbar, messbar und absolut relevant.

Gemeinsam mit Kolleginnen habe ich diese Fragen in einem Beitrag aufgegriffen, der auf einem Round Table bei der 21. Cultural Heritage and New Technologies Conference in Wien im Jahr 2016 basiert. Ursprünglich aus der Archäologie kommend, haben wir schnell gemerkt: Es geht hier um weit mehr – um Kommunikationsstrategien, Erwartungshaltungen und blinde Flecken von Institutionen.

Rückblickend ist das Thema heute aktueller denn je. Social Media ist längst nicht mehr „nettes Zusatztool“, sondern zentraler Ort des öffentlichen Dialogs. Die Kluft zwischen dem, was Institutionen sagen wollen, und dem, was ihre Zielgruppen tatsächlich hören, hat sich eher vertieft als geschlossen. Und obwohl die Werkzeuge zur Analyse sozialer Daten heute besser sind, fehlt vielerorts nach wie vor der strategische Umgang damit.

Denn Social Data bedeutet nicht, Likes zu zählen. Sondern bessere Fragen zu stellen:
Was kommt wirklich an? Was bleibt ungehört? Wo entstehen Missverständnisse?
Und vor allem: Was folgt daraus?

Ich begleite seit vielen Jahren Organisationen – wissenschaftlich, kulturell, zivilgesellschaftlich –, die ihre Kommunikation weiterentwickeln wollen. Häufig wird dabei immer noch zu sehr gesendet, zu wenig gehört. Social Media widersetzt sich diesem Muster. Es konfrontiert uns mit Resonanz, mit Reibung – und mit der Notwendigkeit, Inhalte anschlussfähig zu machen, ohne sie zu verwässern.

Das bedeutet nicht, Expertise aufzugeben. Sondern sie relevant zu machen.

Soziale Daten machen nicht nur Trends sichtbar, sondern Spannungen:
Zwischen dem, was gesagt werden soll, und dem, was gehört werden kann.
Zwischen Fachnarrativen und Alltagsrealitäten.
Zwischen Intention und Interpretation.

Richtig eingesetzt, kann diese Spannung produktiv werden. Dann wird Kommunikation mehr als bloße Vermittlung – sie wird zum Dialog.

Zum Artikel:

https://scholarworks.iu.edu/journals/index.php/sdh/article/view/23245

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